Der Dienstplan

Jede Pflegekraft kennt das aus eigener Erfahrung. Kaum im Dienstzimmer angekommen und Handtasche eingeschlossen, geht der nächste Gang direkt zum Dienstplan.  Man will wissen, mit wem man Dienst hat, wer sich wieder krank gemeldet hat und – ob der Dienstplan nicht wieder umgestellt wurde.

Tja, der Dienstplan, das Leid der Pflege. Eigentlich sogar die Katastrophe der Pflege, anders kann ich dieses Instrument des Personaleinsatzes nicht bezeichnen. Ja, die Dienstpläne sind eine Katastrophe, sie sind hauptsächlich Grund für die zunehmende Frustration in diesem Beruf.

Für diejenigen unter Euch, die das mit dem Dienstplan nicht so ganz verstehen: der Dienstplan geht in 99,,9% der Fälle von einem Monat auf den nächsten. Bevor dieser nicht veröffentlicht ist, weiß niemand von uns, wie wir im nächsten Monat arbeiten müssen. Darüber und das damit verbundene Leid für jeden von uns hatte ich bereits in einem anderen Artikel unter dem Titel „Unsere Zeit“ verarbeitet.

In diesem Beitrag möchte ich gerne einige Fragen aufwerfen und versuchen, entsprechende Antworten darauf zu liefern, oder auch nicht.

  • Warum ist es nicht möglich, Dienstpläne auf Dauer zu erstellen?

Meine Frage ergibt sich aus der Überlegung, wieso jede Einrichtung jeden Monat aufs Neue das Problem hat, einen Dienstplan zu erstellen. Das sollte doch eigentlich schnell zu erledigen sein, besonders, wenn die Leitung weiß, wieviele Mitarbeiter fest angestellt sind.

Nun ist es aber so, dass in den allermeisten Fällen der Personalbestand in der Pflege aus Kostengründen am unteren Level des Erlaubten angesiedelt ist. Fällt ein Kollege wegen Urlaubs oder Krankheit aus, muss kurzfristig umgeplant werden. Dabei wird selten Rücksicht darauf genommen, wie viele Tage mancher Kollege schon am Stück gearbeitet hat, wie viele Schaukeldienste er oder sie schon hinter sich haben – Prämisse ist, dass der Dienst abgedeckt sein muss. Nur das gilt! Und eventuelle Widerstände werden mit Hilfe der „Unersetzlichen“ oder der „Nicht Nein!-sagen-Könner“ abgedeckt.

Dass durch diesen Stress die Frustration im Job und damit die Krankenquote ansteigt, wird zwar gesehen, aber dennoch ignoriert. Denn der Laden läuft ja weiter. Nur unter welchen Bedingungen?

Eine Lösung wäre, den Personalschlüssel anzuheben, so dass in jeder Schicht mindestens eine Pflegeperson zusätzlich mitarbeitet. Ist es ausnahmsweise mal ein ruhiger Dienst, dann könnte das Pflegepersonal sich vermehrt um die Bewohner kümmern oder Unterlagen/ Pflegeplanungen aktualisieren oder einfach Dinge erledigen, die sonst immer „unter den Tisch fallen“. Und bei Urlaub oder  Krankheit wäre immer noch ausreichend Personal in der Schicht, um die Aufgaben zu erledigen.

Eine weitere Lösung ergäbe sich aus der Umsetzung des ersten Lösungsvorschlags: Es könnten feste Teams gebildet werden, die immer zusammen Dienst haben. Und diese Teams könnten langfristig in Blöcken geplant werden mit dem Ziel, dass jeder weiß, wann er wie in Zukunft arbeiten wird und an welchen Tagen er/ sie garantiert frei hat. Eine Möglichkeit dieser DP-Umsetzung wäre: diese Teams arbeiten Blockweise in einem 14-tägigen Schichtwechsel.

Diese Überlegungen aus beiden Vorschlägen würden bedeuteten, dass die Dienstpläne auf drei Monate im Voraus gestaltet werden könnten, womit die Zufriedenheit aufgrund von Planungssicherheit zunehmen wird. Die Krankheitsquote würde abnehmen und wenn  mal ein Ausfall wegen Krankheit ist, sind die Teams noch groß genug, diesen Ausfall abzufedern.

Ja, ich weiß… die Kosten! Ein Totschlagargument par excellence!

  • Immer diese Änderungen im Dienstplan

In so manchen Einrichtungen ist es „üblich“, dass die PDL Änderungen im laufenden Dienstplan vornimmt, ohne mit dem Betreffenden darüber gesprochen zu haben. Zwar gibt es keine Regelung, bis wann ein Dienstplan veröffentlicht worden sein muss (es sei denn, es ist in einer Betriebsvereinbarung festgelegt, was aber auch nicht immer eine Garantie darstellt!) , gibt es aber ganz klare gesetzliche Vorschriften, dass ein veröffentlichter Dienstplan für BEIDE Seiten verbindlich ist, für den Arbeitgeber wie auch für uns Arbeitnehmer.

Ohne eine besondere Notlage dürfen Dienstpläne nicht einfach so geändert werden. Änderungen müssen in einer angemessenen Frist mit dem Betroffenen abgeklärt werden. Einige sprechen hier von einer viertägigen Frist im Voraus.

Eine sehr gute Informationsquelle, wann Änderungen im Dienstplan akzeptiert werden müssen und wann nicht, gibt im übrigen die Schichtplanfibel, die ich jedem von uns ans Herz lege. Denn darin werden nicht nur unsere Rechte und Pflichten erklärt, darin werden auch die entsprechenden Paragrafen genannt, die uns eine Handlungssicherheit geben.

Wie man schnell merkt, braucht es wirklich nicht viel, um für zufriedene Mitarbeiter in der Pflege zu sorgen. Oder liege ich verkehrt mit meiner Ansicht?

Lasst es mich bitte wissen. Sagt es mir entweder hier als Kommentar oder aber drüben auf Twitter.

In diesem Sinne

Eure

Frau Sofa

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2 Kommentare zu „Der Dienstplan

  1. Kann ich alles genau so bestätigen. Dienstpläne werden immer monatsweise rausgegeben. Manchmal erst wenige Tage vor Monatsbeginn, weil der Betriebsrat nicht immer der schnellste ist, der das noch prüfen und genehmigen muß. So kommt es vor, dass Kolleginnen, die gerade frei haben, am 31. abends anrufen, damit sie wissen, ob und wie sie am 1. arbeiten müssen.
    Aber selbst die Wochenpläne, die der Übersicht zuliebe zusätzlich geschrieben werden, müssen meist schon Montags korrigiert werden. Krankmeldungen, Aushilfe auf anderen Stationen, Einspringen, etc, du kennst das. Langfristige Planung des Privatlebens? Termine vereinbaren? Glückssache, ob das mit dem Schichtplan hinhaut.

    Gefällt 1 Person

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