Steuerbetrüger ab ins Altenheim zum Sozialdienst.

Aktuell geht ein kleiner „Aufschrei“ durch die sozialen Medien in den einschlägigen Pflegegruppen. Bei der Süddeutschen Zeitung ist ein Kommentar veröffentlicht wurden, der grob gesagt zum Inhalt hat, das Steuerhinterzieher mal zur Strafe ein paar Wochen Popos putzen sollen.

Na aber Hallo, dass die Pflege in Deutschland nicht unbedingt der beliebteste Arbeitszweig ist hat sich ja schon rumgesprochen, aber das ein Beruf mit medizinischer Ausbildung, die nicht ohne Grund ein halbes Medizinstudium lang dauert, jetzt schon für Strafmaßnahmen herhalten soll, finde ich einfach nur unwürdig und Respektlos. Sicherlich spiegelt es in erster Linie die Meinung des Kommentators wider, doch das Thema wurde schon mehrfach so angeschnitten. Beispielsweise sollte Berlusconi auch schon Sozialdienst an der Bettpfanne machen. Teilweise fordern auch wenig differenziert denkende Berufskollegen, das Politiker zum Dienst an der Bettpfanne eingeteilt werden müssen, um zu sehen was echte Arbeit ist.

Es ist sicherlich wünschenswert das unsere Berufsgruppe mehr geachtet wird, allerdings wird dies nicht geschehen wenn die Pflege als Strafe wahrgenommen wird. Frei nach dem Motto „Arsch abwischen ist ne schöne Strafe und das es Idioten gibt die das auch noch freiwillig machen, um so besser . Irgendwer muss es ja machen.“ 

Was aber noch viel schwerer wiegt bei dieser völlig respektlosen Argumentation, ist das Wohl des Besitzers des jeweiligen Hinterteils. Dafür interessiert sich maximal noch der Idiot der den Job freiwillig macht. Wie mag es sich wohl anfühlen, wenn man die Strafe für Straftäter ist? Gibt es einem ein Machtgefühl? Oder fühlt es sich noch erniedrigender an als es so schon ist, wenn man darauf angewiesen ist sich von fremden Leuten das Hinterteil abwischen zu lassen. Ich fände es erniedrigend, jetzt bei allem Leid was ich habe, auch noch zum Strafobjekt degradiert worden zu sein. Denn nichts anderes ist man in dem Moment. Nicht mehr der Mensch dahinter interessiert, sondern nur noch die Strafe. Das ist einfach nur Respektlos.

Soziale Arbeit darf keine Strafmaßnahme sein. Als Teil der Rehabilitation nach dem Absitzen der Strafe schadet soziales Engagement bestimmt nicht, aber nicht indem man da weiter macht, wo man vorher aufgehört hat. Menschen zu Objektivieren und alle nur wie Dinge zu behandeln, ohne die Menschen und Schicksale dahinter zu betrachten.

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