So nicht! Auf keinen Fall!

Nur auf die Schnelle eine kleine Presseschau. Nicht wegen des Inhaltes des Artikels, sondern wegen des verwendeten Bildes.

Es geht um das folgende Bild, das eine Pflegerin dabei zeigt, wie sie einem älteren Herren dabei hilft, sich zu setzen oder aufzustehen. SIe steht seitlich zu ihm und hat ein angestrengtes Gesicht aufgesetzt.

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Quelle des Bildes: Ärzteblatt.de

Achtet bitte mal auf ihr Gesicht und ihre Körperhaltung wie auch ihren Griff, mit dem sie dem Mann anscheinend „Hilfe“ zu geben scheint.

Die Gefahr, die bei dieser „Hilfestellung“, die für mich äußerst dramatisch ist, besteht, ist, dass das Schultergelenk ausgekugelt und/ oder der Mann aus seinem Gleichgewicht gebracht wird. Sie zieht ihn zur Seite, wenn man sich ihre Beinstellung ansieht, anstatt nach vorne, einen bestimmten Reflex ausnutzend.

Weshalb ich dieses Bild kritisiere? Es verdeutlicht für mich die Schlampigkeit, mit der Beiträge zur Altenpflege veröffentlicht werden. Von gezeigter Professionalität der Pflegekräfte, ob Helfer oder Fachkräfte, keine Spur.

Oft wird unsere Arbeit in der Presse genauso dargestellt, als ob sie von Jedermann und Jederfrau gemacht werden könnte. Denn es heißt ja: „Pflegen kann jeder!“ Wie schwer unsere Arbeit ist und darüber hinaus geht, werden wohl nur pflegende Angehörige bestätigen können, die aus einer Erschöpfung heraus irgendwann dazu gefordert sind, ihre Angehörigen zu uns in die stationäre Hilfe zu geben.

Wobei ich zugeben muss: die Tage arbeitete ich mit einem Kollegen zusammen, der genauso wie in dem Bild gezeigt eine in sich gehende aber zusammenfallende Frau aufrichten wollte. Er riss an ihrem linken Arm und forderte sie auf, wieder aufzustehen. Ich gab ihm eine leise Ansage, aber er erwiderte nur, dass er seit 18 Jahren als Helfer arbeiten würde und wohl wisse, wie und was er zu machen hätte. Ich wurde daraufhin ernster und er frecher. Später stellte sich heraus, dass er der Annahme war, dass ich eine Pflegehelferin wäre, was aber sehr schnell korrigiert wurde.

Weshalb diese kurze Schilderung? Ganz einfach, weil das obige Bild genau das widerspiegelt, wie auch Pflegehelfer gewertschätzt und gefördert werden. Förderung über regelmäßige Fortbildungen, die über die üblichen gesetzlichen Hygieneschulungen hinaus gehen. Gerade Pflegehelfer erhalten nur rudimentäre Schulungen in der Praxis. Lagerungstechniken. Essen und Getränke anreichen nach den neuesten wissenschaftlichen Standards, um Dekubiti oder Aspirationen zu verhindern, Rücken schonendes Arbeiten und kineästhetisches Arbeiten zum Wohle der Anvertrauten – das alles kostet die Träger und wird aus diesen Gründen nicht durchgeführt.

Ich habe bei vielen Trägern bislang gearbeitet, sei es kirchliche, kommunale oder investorengetrieben. Alle Helfer, die ich fragte, ob und worin sie bislang Fortbildungen erhalten hatten, gaben unisono nur eine Antwort: „in Hygiene!“.

Aus diesem Grund unterstelle ich, dass in dem obigen Bild eine Laiin bzw. eine Helferin gezeigt wird. Ein schmerzhaftes Bild, das der Altenpflege nur schadet.

Wie seht Ihr das? Wie sieht es bei Euch mit der Fortbildung von Pflegehelfern aus? Finden die überhaupt statt und gehen über allgemeine Hygieneschulungen hinaus?

Lasst mich das bitte wissen. Sei es hier als Kommentar oder drüben auf Twitter.

In diesem Sinne

Eure

Frau Sofa

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