Familiäre „Anerkennung“

Ich weiß nicht, wie es Euch ergeht. Wenn Ihr nach Hause kommt und einfach nur mal Dampf ablassen wollt. Bei mir zuhause heißt es dann: „Ne, das ist zu heftig. Das will ich nicht hören. Das verdirbt mir den Appetit. Kannst du bitte das Thema wechseln?“

Heute war es mal wieder so ein Tag. Wir hatten zuende gegessen. Im Hintergrund lief der Fernseher. Es gab einen Bericht über einen Großbrand in einer Lagerhalle, irgendwo im Westen der Republik, zu sehen. Der Reporter erzählte gerade von der Gefahr, dass durch den Brand die umliegenden Gebäude Gefahr gelaufen waren, ebenso in Brand zu geraten. Dieses Geschehen war von uns räumlich so weit weg, dass ich von meinem Stress und meinem Frust auf der Arbeit erzählen wollte. Einfach, um Dampf abzulassen.

Also hub ich an zu erzählen. Und während ich erzählte, sah ich, wie Gegenüber auf einmal „äußert konzentriert“ auf den Fernseher sah. Also hörte ich abrupt mit meiner Erzählung auf und aß weiter. Nach etwa drei Minuten, der Bericht war nun vorbei und der Moderator leitete eine andere Geschichte ein, hörte ich ein „So, nun bin ich ganz Ohr. Was wolltest du mir erzählen?“
Ich antwortete nur: „Nichts. War nicht wichtig.“ Und Gegenüber sagte nur: „Gut, dann habe ich ja nichts verpasst.“

Einmal wieder wurde mir all zu deutlich damit klar gemacht, dass man überhaupt kein Interesse an meinem Berufsleben hat. Man will es nicht wissen. Mag sein, dass meine Erzählungen Angst vorm Alter macht und verdeutlicht, wie hilflos wir alle sind. So werde ich allerdings allein gelassen mit meinen Erlebnissen, Gefühlen und Gedanken. Reflektion oder aber Bestätigungen wie auch konstruktive Vorschläge von außen gibt es für mich kaum. Zumindestens nicht in meiner Familie.

Tja, ich fühle mich allein, im Stich gelassen.

Es grüßt Euch nachdenklich und traurig

Eure Frau Sofa

 

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Ein Kommentar

  1. Boah, heftig. Logisch gedacht sehe ich zwei Möglichkeiten. Andere Gesprächspartner suchen – oder andere Familie. Das ist nicht fies gemeint, doch man braucht ja Rückhalt und ich finde, sowas gehört einfach dazu. Also Reden und auch gehört werden.

    Bei mir war das zum Glück anders, vor allem, nachdem mein Mann mich mal auf Arbeit besucht hat, also eine klarere Vorstellung bekam.

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