Lauf weiter, Fury!

Heute „klopfte“ mir die Tochter einer neuen Angehörigen lachend auf die Schulter, so nach dem Motto: „Gutes Pferd! Braves Pferd! Das hast du aber sehr gut gemacht! Bravo! Weiter so!“ Ich fühlte mich gedemütigt und herabgewürdigt.

Es ging dann ganz schnell, sekundenschnell! Sofort fing auch ich an, ebenfalls zu lachen, klopfte ihr auf die Schulter und sagte: „Ihre Mutter kann stolz auf Sie sein!“.

In ihren Augen sah ich, dass sie innerlich vor Wut über meine „Übergriffigkeit“ gefror, denn für eine Nanosekunde wurde ihr Blick hart. Dann wurde sie feuerrot, weil ich ihren Blick auf die gleiche Art erwiderte. Aus ihrem anfänglichen lauten Lachen wurde ein verlegenes, wie ein peinlich erwischtes Mädchen. Mein „Auge“ tat dazu sein Übriges dazu. Denn es zeigt, von mir unkontrollierbar, meine Emotionen. Und das war „ZORN

Ich weiß, dass sie so etwas niemals mehr bei mir machen wird! Denn sie muss damit rechnen dass ich ihr Verhalten spiegel.

Wie du mir, so ich dir!

Gut, fachlich einwandfrei war mein Verhalten sicherlich nicht. Aber es war für mich in der Situation angebracht. Klar, es hätte für mich die Alternative gegeben, zu sagen, dass ich nicht angefasst werden möchte. Dann aber hätte sie sicherlich so etwas wie „Nun stellen Sie sich doch nicht so an. Das war doch nicht so gemeint.“ Und ich hätte mich wieder erklären müssen, warum ich nicht und überhaupt. Alle weiteren Gespräche zwischen uns in der Zukunft wären dann durch diese verbale Zurechtweisung von meiner Seite her gestört.

Mein Blitzgedanke in dem Augenblick, als ich getätschelt wurde, war: „Lass sie auch die Erniedrigung spüren, die mit so einem Verhalten einhergeht!“ Und so ein Gefühl ist tausendmal schmerzhafter und lehrreicher als jedes Wort. Im übrigen: meine Aktion geschah innerhalb von zwei Sekunden. Hochgerechnet! Es war also Notwehr!

Wenn Angehörige glauben, Pflegefachkräften wie einem Pferd auf den Rücken tätschel zu können, ist das ein Zeichen, dass wir Pflege(fach)kräfte zwar als notwendig, aber nicht als ebenbürtig gesehen werden. Und sollte die Tochter dieses Verhalten aus Gedankenlosigkeit und nicht mit Absicht gemacht haben, dann ist das noch mal umso schlimmer.

Ich sagte es jetzt frank und frei: wenn mich jemand schlägt, schlage ich sofort zurück. Und wenn ein fremder Mensch meint, mich tätscheln zu müssen, dann tätschel ich zurück.

Ich habe meine Ehre, und die lasse ich mir von Niemandem nehmen! Denn längst ist die Zeit vorbei, in denen ich ein Kamel war.

In diesem Sinne
Eure Frau Sofa

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