Sandro Plett und das ewige Missverständnis

Ich war heute morgen mal wieder bei meinem üblichen Kontrollgang durch die social-media-Profile derjenigen, die für mich ein Abbild der heutigen Pflege darstellen.

DDD =
Devot
Dienstbeflissen
Dumm

Das medial überpräsente Sprachrohr dieser Leute ist ein gewisser Sandro Plett, der sich mit einer Mischung aus Egoismus, Plattitüden und einfachsten Fragen eine beachtliche Leserschaft besonders bei Facebook geschaffen hat.

Er stellt die Pflege, die für ihn übrigens am Bett stattfindet, als eine Menage von Spaß, Spannung und Abenteuer dar – und selbstredend duldet dieses Unterfangen keinerlei Widerspruch.

Da werden medial überaus wirksam wohl demente Menschen durch den Supermarkt gekarrt, für ein Tänzchen ist immer Zeit und dabei darf natürlich die allgegenwärtige Kamera nicht fehlen, denn es gilt ja schließlich die Fanbase mit neuen Beiträgen zu beglücken – er ist ja schließlich „Influenza und hat ´ne Massage zu verbreiten.

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Er lässt sich aus über seine meckernden Kollegen, die für ihn ja keine Helden sind (ich vermute, dass er sich ehedem für den einzigen Helden hält!!).

Die gehören für ihn aus dem Beruf raus, denn Platz ist bei ihm nur – und ich helfe ihm ja jetzt mal ein bisschen, da ich ja weiss, dass er ein paar Schwierigkeiten hat mit logischem Denken und vor allem der Orthographie hat – für

  • Deprofessionalisierung
  • sich aufopfernde

und vor allem

  • devote Kolleginnen und Kollegen,

denn Widerspruch wird ja nicht geduldet und ist ja so gar unschicklich. Das sagt ein „Profiteur“ von diesem Chaos, der in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens herrscht.

Er bekommt Sendezeit, die er trefflich ausfüllt mit Parolen, die schon meine kleine Tochter hätte nicht besser auswendig lernen können. Alleine er versteht weder den Inalt noch die Dimension.

Er arbeitet erfolgreich als Testimonial für ein Zeitarbeitsunternehmen. Wäre nicht schlimm, wenn nur nicht der kleine Begleitumstand wäre, dass wir heute in vielen Einrichtungen keine Teams mehr haben und insofern alleine aus dem Grund schon qualitative Einbußen hinsichtlich der Arbeit mit unserem Klientel haben.

Er verniedlicht die Probleme, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute haben – angefangen von ständigem Einspringen und die Frage ob und wer überhaupt zum Dienst erscheint bis hin zur Frage, ob und wann das Gehalt endlich mal ankommt.

Herr Plett, sehen Sie es mir nach, aber ich empfinde Scham und Empörung für den Zynimus mit welchem Sie agieren und ich fasse es nicht, dass es irgendwelche Leute gibt, die Ihrem inhaltsleeren Gelabere folgen.

Wir müssen meckern, denn der Zustand der Passivität bewirkt doch nur, dass alles so weiter geht.

Wir müssen uns wehren und wir müssen wieder dafür sorgen, dass feste Teams ins die Einrichtungen kommen. Und dass müssen wir sowohl der Politik als auch den Arbeitgebern klarmachen.

Sie wiederum machen Profit, indem Ihr offensichtlicher Narzismus befriedigt wird, Sie als Testimonial umherlaufen können und Autogrammkarten verteilen, auf Kosten von all Ihren Kolleginnen und Kollegen – auch von denen, die Ihnen folgen.

Und dafür sollten Sie sich schämen.

Ihr Verhalten hat nichts mit Professionalität und Empathie zu tun, sondern nur mit Egoismus, Dummheit und Kaltschnäuizigkeit. Und bedauerlicherweise begreifen die Medien nicht, dass sie dem Falschen folgen. Nicht der Lauteste hat den Schlüssel zur Wahrheit, sondern der Bewusste und der Nachdenkliche.

Tun Sie der Pflegewelt einen Gefallen und halten Sie endlich Ihre Klappe.

Ihr Knut

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