Zähne zeigen

Ich unterstelle Ver.di

dass genau sie, diese Gewerkschaft,  mit allen Mitteln verhindern will, dass Pflegekammern in den Bundesländern errichtet werden. Denn damit entschwindet, profan und klar geäußert, dieser Gewerkschaft eine Klientel, die ihr eigentlich sowieso schon immer egal war. Nämlich die Klientel, genannt „Verzweifelte Pflegekräfte“.

Bislang wurde sie, die Pflege, immer nur dann aus der Schublade hervor geholt, wenn es um öffentlichkeitswirksame Aktionen ging. Diese fanden zwar AUCH im Interesse der „Betroffenen“ statt, aber primär drängte sich diese Gewerkschaft in den Vordergrund. Nun drängt sich die Pflege über die Pflegekammern emanzipiert in den Vordergrund,  und für Verdi ist damit die Kacke am Dampfen.

Derzeitig finden besonders auf Facebook wahre Schlammschlachten statt. Während die Befürworter der Pflegekammern mit Argumenten kommen, kontern die Gegner mit zum Teil mit unglaublichen Beleidigungen und Herabwürdigungen,

Wir Pflegekräfte mit Examen brauchen die Pflegekammer. Ganz einfach. Und klar, Verdi hingegen sieht die Felle schwimmen, sieht Mitgliederbeiträge in Gefahr.

Denn eine Pflegekammer kann und wird unsere Position stärken. Sie wird unsere Qualität festlegen, sie wird unseren Beruf organisieren und stärken und sie wird uns aufgrund unserer beruflichen Qualifikation auf eine bessere Position hieven, wenn es um unsere Gehälter geht.

Auch wenn ich es selbst schon mehrfach erwähnt hatte: Pflegekammern stärken unsere Profession! Zu unserem Nutzen. Aber gerade die Verdi-Anhänger kommen mit dem monetären Argument.

Leute, selbst wenn es 10 Euro pro Monat sind, die Ihr als „Zwangsmitglieder“ zahlen müsst, dann raucht halt ne Packung oder esst einen Kuchen weniger. Verzichtet auf das eine oder andere Piercing oder Tattoo oder für einen Besuch in einem Nagelstudio.

Dieses, also Eures, Herumgeheule wegen der Pflegekammern geht mir so derartig auf den Senkel. Und bei all Eurem Herumgejaule vergesst Ihr zu erwähnen, dass die Einrichtung der Pflegekammern per legem festgeschrieben wurde. Eure Aktionen sind so populistisch und so durchschaubar. Monja Schünemann hat dazu in ihrem Blog einen genialen Beitrag geschrieben.

Ja, jetzt werde ich polemisch! Und zwar auf dem gleichen Niveau, wie Ihr Kritiker gegen und Befürworter einer Pflegekammer vorgeht! Kommt hervor, rantet mich. Und egal, welches Argument Ihr vorbringen wird, ich werde es widerlegen!

In diesem Sinne

Eure Frau Sofa

 

 

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12 Kommentare

  1. Sie übersehen eins. Gewerkschaften bestehen aus den Beschäftigten der jeweiligen Branche. Diese allein bestimmen die Positionen der Gewerkschaft, niemand anderes. Nur weniger als 1% sind hauptamtlich. Und die Pflegekräfte (ver.di hat 400.000 Mitglieder im Fachbereich Gesundheit und Soziales, der größte übrigens innerhalb der Gewerkschaft) haben sich mehrheitlich gegen Kammern ausgesprochen. So funktioniert Demokratie. Dazu gehört auch Beschlüsse anzuerkennen. Das was Sie tun, zeugt nicht von Demokratieverständnis
    Abgesehen davon schwimmt einer Gewerkschafts gar nichts davon, wenn Professionalisierung stattfindet. Im Gegenteil. Die Durchschnittsbeiträge steigen tendenziell.

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    • Hallo Doxa

      leider gibt es keinen Bereich Pflege bei Verdi sondern nur einen Bereich Gesundheit. Die aktuelle Bereichsleitung kommt zB auch nicht aus der Pflege und konnte sich zur Kammer bisher nur oberflächlich äußern in Interviews, was ich für eine hochrangige Kammergegnerin nicht entsprechend finde.

      Das sich die Mehrheit der Mitglieder gegen eine Kammer entschieden haben, überrascht mich auch nicht. Die mir zugängliche Aufklärung von Verdi für die Mitglieder ließ keine neutrale Entscheidung zu, sondern es wurde Richtung Nein zur Kammer gedrängt.

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      • Gewerkschaften stellen sich immer entlang von Betrieben/Konzernen/Verbänden/Branchen auf, denn für diese werden Tarifverträge geschlossen. Ein Betrieb, eine Gewerkschaft, ein Tarifvertrag. Nur so können Arbeitgeber wirksam bestreikt werden, wie z.B. derzeit bei der AWO in NRW (https://www.wz.de/nrw/streik-der-awo-kitas-und-pflegeeinrichtungen-in-nrw-geschlossen_aid-35964695). Deswegen ergibt eine reine Pflegegewerkschaft auch keinen Sinn. Im Tarifvertrag stehen am Ende alle Tätigkeiten und Qualifikationen, die im Betrieb arbeiten.
        In ver.di entscheiden die Mitglieder von der Basis über alle Ebenen bis nach ganz oben über die politische Ausrichtung. Der hauptamtiche Apparat ist an diese Beschlüsse gebunden. Er darf gar nicht gegen die Beschlüsse handeln. Daher werden sie von ver.di auch nichts Pro Kammer hören.

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    • Hallo Doxa, ich hatte, als ehemaliges Ver.di-Mitglied Erfahrungen mit zwei Fachbereichen (Gesundheit & Zeitarbeit). Und es kam KEINE Unterstützung. NIcht ein Funke… aber egal, ich trat wieder aus.

      Wenn Ver.di nach eigenen Angaben 400.000 Mitglieder im FB3 (Gesundheit & Soziales) hat, dann frage ich mich ernsthaft, warum die Gewerkschaft es dann noch nicht geschafft hat, eine BUNDESWEITE Aktion zu initiieren.

      Sie schrieben, dass Gewerkschaften aus den Beschäftigten einer Berufsgruppe bestehen, das tun Kammern auch. Nur deren WIrkung ist eine andere. Und dies wird von den Kammergegnern leider nicht erkannt, wohl, weil sie sich sicherlich noch nicht mit den gesetzlichen Aufgaben einer Kammer befasst haben.

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      • Dass Sie keine Unterstützung erhalten haben ist schade. Das habe ich bisher immer anders erlebt, sowohl bei den individuellen Mitgliederleistungen, als auch bei Arbeitskämpfen oder Aktionen. EIne Gewerkschaft ist aber auch kein Dienstleister wo man etwas bestellt, sondern ein Instrument/Werkzeug zur Selbstermächtigung. Das muss man kollektiv in die Hand nehmen, sonst ist es harmlos. ver.di ist das, was die organsierten Beschäftigten im Betrieb draus machen.
        Naja und was bundesweite Aktionen angeht. Bei der Gesundheitsministerkonferenz in Düsseldorf haben 4.000 Leute (unter der Woche) demonstriert und Herrn Spahn auf die Bühne gezerrt unu ihm die Meinung lautstark gegeigt. 2008 hat ver.di schonmal 130.000 Demonstrierende vors Brandeburger Tor gekarrt, als Mitglied finde ich sowas jedoch Geldverschwendung. Die Stärke zieht eine Gewerkschaft aus den Betrieben, nicht auf der Straße…

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  2. Die Befürworter der Pflegekammer wollen eine Zwangsvereinigung. Und das erzwingen wofür Gewerkschaften seit Jahren aktiv arbeiten mussten. Denn im Unterschied zur Kammer ist die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft freiwillig. Doch eins muss jedem Befürworter klar sein: Tarifverhandlungen wird die Kammer nicht führen und will sie auch nicht. Dies müssen nach wie vor die Gewerkschaften erledigen bloß aus einer wahrscheinlich geschwächten Position, denn in Zukunft werden viele Pfleger mit Kammer-Migliedschaft wohl nicht auch ncoh zusätzlich Gewerschaftsmitglieder sein. Außerdem mit Mitgliedschaft in einer Pflegekammer ist jeder Arbeitnehmer nicht nur Rechenschaft seinem Arbeitgeber schuldig, sondern dann auch noch der Kammer. Im Gegenzug spielt die Kammer lediglich eine repräsentative Rolle, sitzt in irgendwelchen Gremien, Ausschüssen und von euren Mitgliedsbeiträgen werden für viele akademisierte Pfleger, die eigentlich ans „Bett“ zu Patienten sollten irgendwelche Bürojobs geschaffen. Man wird also politisch und in der Öffentlichkeit nach wie vor von Leuten vertreten, die nie oder nur sehr kurz wirklich aktiv in der Pflege gearbeitet haben.

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    • Dass die Kammern Tarifverhandlungen führen werden, dieses Argument wurde von noch keinem mir bekannten Befürworter geäußert. Ich schrieb, und da bin ich der festen Überzeugung, dass die Kammer dafür sorgen wird, dass unser Berufsstand gestärkt gestärkt wird, über die Qualifizierungen in Fort- und Weiterbildungen. Und wir werden eine Vertretung auf politischer Ebene und so ein Beratungsrecht bei Gesetzen haben, die unseren Berufsstand betreffen.

      Tarifverhandlungen werden weiterhin in der Hand der Gewerkschaften bleiben, wobei es einen nicht unerheblichen Teil von Krankenhaus- und Pflegeheimbetreibern gibt, die sich nicht im Tarifverbund befinden.

      Wenn sich entsprechende Gewerkschaften vermehrt für die Pflege(Fach)Kräfte einsetzt, und dies mit Erfolg, dann werden immer mehr Pflegekräfte die Mitgliedschaft auch in der Gewerkschaft suchen. Denn nach dem neuesten Urteils des BVGs dürfen Gewerkschaftsmitglieder den Nicht-Mitgliedern besser gestellt werden.

      https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/bvg18-089.html

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  3. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948: Artikel 20 (Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit)
    Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.
    Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören

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  4. Möchte aber klarstellen, dass ich kein grundsätzlicher Gegner der Pflegekammer bin. Finde nur das Zustandekommen der Kammer höchst undemokratisch und fragwürdig. Bei uns in Baden-Württemberg wurde zum Beispiel eine sehr undurchsichtige Umfrage durchgeführt bei der aber keinesfalls jede exam. Pflegekraft gefragt wurde. Das wird dann als demokratische Entscheidung präsentiert. Auch finde ich fragwürdig, dass die zukünftige Pflegekammer nur dreijährig examinierte Pfleger aktiv vertritt. Die „einjährig“ examinerten haben lediglich die Möglichkeit einer freiwilligen Mitgliedschaft in der Kammer, werden aber nicht aktiv durch die Kammer repräsentiert. Das führt also zu einer weiteren Spaltung innerhalb der Belegschaft…

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    • Hr Behler,

      erstmal: es gibt keine einjährigen Examen. Den Kammern ist bewusst, dass sie vorerst die examinierten Fachkräfte vertreten, weil es erstmal gilt diese zu stärken, damit der Beruf, die beginnende Profession, attraktiver wird. Was nützt es uns, wenn viele Hilfskräfte da sind, aber keine Fachkräfte?

      Das viele Verdi Mitglieder gegen die Kammer gestimmt haben, verwundert mich nicht. Wenn ich die „Aufklärung“ von Verdi lese, lese ich nur Anti-Kammer.
      Eine Kammer wird allen Mitgliedern raten in eine Gewerkschaft zu gehen, denn die Kammervertreter wissen, dass nur ein Zusammen zum großen Erfolg führt. Frau Sofas Äußerung bezog sich auch nicht auf eine Tarifverhandlung zwischen Kammer und Arbeitgebern. Viel mehr die Auswirkung einer Regelung für die Berufsgruppe. Denn wenn für alle die selben Bedingungen gelten und somit alle die gleichen Kompetenzen vorweisen müssen (Berufs-/Fort- und Weiterbildungsverordnung) kann die Gewerkschaft besser argumentieren, warum die Kompetenzen eine bessere Entlohnung bedarf.

      Und Pflege wird bei Verdi nicht zwangsläufig von Pflege vertreten. Es gibt keinen eigenen Bereich für „uns“ bei Verdi. Das ist auch verständlich, wenn man 1000 Berufe vertritt. Wir gehören zum Bereich Gesundheit und dieser wird von einer Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin (bin mir da gerade nicht ganz sicher) geleitet. In den bisherigen Interviews die ich lesen durfte, fehlte mich jegliche Tiefe innerhalb der Kritik um eine Pflegekammer.

      Und die Funkion „in irgendwelchen Ausschüssen und Gremien sitzen“ ist das Relevante der Kammer: eine Organisation die 100% einer Berufsgruppe vertritt, kann bei der Beratung für diese einstehen. Alle Sachverständigen in einem politischen Ausschuss sind „nur“ Berater aber ihre Ansichten haben Gewicht. Eine Kammer hätte nach gängigem Statut immer Einladungspflicht, wenn Themen zu ihrem Arbeitsbereich behandelt werden. Das ist die politische Macht, die eine Kammer hat.

      Und auch nicht akademisierte Pflegekräfte können hohe Posten in einer Kammer inne haben.

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      • Glauben sie, die Beschäftigen in der Automobilindustrie würden so viel verdienen, wenn sie sich in einer IG Mechatronik, einer IG Schlosser, einer IG Lackierer, einer IG Logistik, einer IG Verwaltung, einer IG Fräserei statt in einer IG Metall, die alle Berufe der Branche vertritt, organisieren würden? Wie glauben sie sei dann ein anständiger Arbeitskampf im Betrieb zu führen?
        Die Notwendigkeit einer Gewerkschaft ergibt sich aus der politischen Ökonomie, der Interessenkonflikt verläuft zwischen abhängig Beschäftigten und Arbeitgeber, nicht zwischen den einzelnen Berufen und dem Arbeitgeber. Das letzte was die Beschäftigten in Kliniken und Pflegeheimen brauchen ist eine Spaltung der Belegschaften…

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  5. […] Ich unterstelle Ver.di… “dass genau sie, diese Gewerkschaft,  mit allen Mitteln verhindern will, dass Pflegekammern in den Bundesländern errichtet werden. Denn damit entschwindet, profan und klar geäußert, dieser Gewerkschaft eine Klientel, die ihr eigentlich sowieso schon immer egal war. Nämlich die Klientel, genannt „Verzweifelte Pflegekräfte“. Bislang wurde sie, die Pflege, immer nur dann aus der Schublade hervor geholt, wenn es um öffentlichkeitswirksame Aktionen ging. Diese fanden zwar AUCH im Interesse der „Betroffenen“ statt, aber primär drängte sich diese Gewerkschaft in den Vordergrund. Nun drängt sich die Pflege über die Pflegekammern emanzipiert in den Vordergrund,  und für Verdi ist damit die Kacke am Dampfen. Derzeitig finden besonders auf Facebook wahre Schlammschlachten statt. Während die Befürworter der Pflegekammern mit Argumenten kommen, kontern die Gegner mit zum Teil mit unglaublichen Beleidigungen und Herabwürdigungen. Wir Pflegekräfte mit Examen brauchen die Pflegekammer. Ganz einfach. Und klar, Verdi hingegen sieht die Felle schwimmen, sieht Mitgliederbeiträge in Gefahr. Denn eine Pflegekammer kann und wird unsere Position stärken. Sie wird unsere Qualität festlegen, sie wird unseren Beruf organisieren und stärken und sie wird uns aufgrund unserer beruflichen Qualifikation auf eine bessere Position hieven, wenn es um unsere Gehälter geht…” Beitrag vom 5. Januar 2019 von und bei Frau Sofa […]

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