Nur kurz

Ich glaube, das Konzept der ambulanten Pflege muss dringendst komplett neu organisiert werden. Und zwar radikal!

Dazu gehört auch, dass die Pflegefachkräfte im ambulanten Dienst in ihrem Aufgabengebiet schleunigst gestärkt werden müssen. Es kann nicht sein, dass – wenn auch berufserfahren – Pflegehelfer oder -assistenten ihre Jobs machen.

Es werden darüber demnächst hier einige Artikel publiziert werden. Noch nicht jetzt, denn es ist zu früh. Ich muss noch recherchieren und eigene Erfahrungen sammeln.

Ich würde mich aber freuen, wenn Ihr schon jetzt hier im Kommentarfeld Eure Ansichten und Änderungswünsche äußern würdet. Das könnte mir ungemein helfen.

Danke. 🙂

In diesem Sinne

Eure Frau Sofa

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6 Kommentare

  1. Ich habe zwar keine Erfahrung im amb. Dienst (nur durch die Ausbildung), erlebe aber durch meine Arbeit in der psych. Pflege wie schnell es passieren kann dass Klienten nach einer Krankenhausbehandlung durch mangelnde Nachsorge schnell „durchs Raster“ fallen können. Der Sozialdienst endet an der KH-tür, alles was danach konnt liegt quasi, sachgemäß eingeschränkt, beim Hausarzt. Es scheint keine übergehende Unterstützung zu geben (ambulante Triage?), muss aber gestehen erst seit kurzem wieder in Deutschland zu arbeiten, ich komme gerade wieder im deutschen System an (und es ist ein harter Systemwechsel).

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  2. Im Ambulanten Bereich wird die Grundpflege häufig die Ganze Woche von einem Helfer z.T völlig ohne Ausbildung durchgeführt. Die Fachkraft kommt entweder nur einmal pro Woche zum Tabletten richten oder morgens und abends für 3 min zum Insulin spritzen.
    Sie ist aber verantwortlich fürs Schreiben der Pflegeplanung und die Evaluation. Dies ist bei diesem kurzen Kontakt aber fachlich gar nicht möglich. Sie ist also vollständig auf die Beobachtung eines Laien angewiesen.
    Veränderungen und potentielle Probleme werden so verspätet sichtbar und frühzeitige Maßnahmen können nicht eingeleitet werden.

    Viele Helfer halten sich für deutlich kompetenter als sie sind – wenn man nicht weiß was man nicht weiß hat man das Gefühl die Lage in vielen Dingen im Griff zu haben – und die kleinen Pickel hat man übersehen, das Schlurfen für eine Morgenmüdigkeit gehalten …. etc. Es gibt so viel was man als Laie nicht richtig einordnen kann.

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  3. Ganz allgemein scheint es keine Tätigkeiten in diesem Land zu geben, die originär Pflege sind. Es wird von außen bestimmt, was eine Fachkraft benötigt und was nicht. Hier sehe ich auch einen Ansatz für eine andere Vertretung von Pflegekräften in diesem Land (Sprich eine Kammer…)
    Ich hol erst aus bevor ich aufs ambulante komme.
    Hintergrund: Ich habe als SozPäd über 10 Jahre in einem Behindertenheim gearbeitet. Behindert sein kann nunmal alles an einem Menschen: Geist, Psyche und Körper. Es war ein Heim ursprünglich für Epileptiker, wurde dann allgemeienr eins für geistig und mehrfach Behinderte und so war ich als für diese Dinge fachfremde erstmal konfrontiert mit dem Thema Pflege.
    Ich dachte mir da auch lange nichts.
    Es gab erst eine Kurzeinweisung durch den Fachdienst Pflege (das waren Pflegefachkräfte) in Insulintherapie (jede Gruppe hatte Diabetiker), von diesen eine Woche Fortbildung in Sachen Körperpflege, 2Tage Epilepsie, jährlich Einweisung in Medikamente usw. und ich muss sagen im Rückblick war manches besser als was ich in einer Pflegeschule erleben durfte.

    Jedenfalls hatte ich über die Jahre folgende Tätigkeiten durchzuführen, oft nach Einweisung durch den übergebenden (ebenfalls eher pädagogischen) Kollegen: Insulintherapie, Medikamente stellen, Verabreichung von Bedarfsmedikation (Bluthochdruck, Psychosen, epileptsicher Anfall), Stomabeutel leeren und wechseln, Wundversorgung, Körperpflege und Mobilisation Querschnittsgelähmter,, Peg-Verband Wechsel, SPF- Verband-Wechsel, Versorgung über PEG, Nahrung- und Medigabe über Magensonde…

    Ich gehe nicht näher darauf ein, was mich zum ambulanten Dienst brachte. Ich lernte diese kennen, weil sie immer öfter bei uns aushalfen, weil Personal fehlte. Viele waren furchtbar. Ebenfalls fachfremde, in jedweder Hinsicht, miese Arbeitseinstellungen und wa sich von der Orga dahinter hörte auch nicht grad rechtskonform. Die besseren blieben oft und wurden fest angestellt.
    Es gab einige, die mich aber überraschten. Sehr sogar und es ergab sich das ich dort einen Nebenjob annahm, der zu einer Vollzeitstelle führte.

    Und plötzlich durfte ich ganz vieles nicht mehr machen. Was auch daran lag, das dieser PD kein Interesse daran hatte, Gesetze zu umgehen. Ich hörte so einiges…z.B. PHer vor Ort führen Wundversorgng durch, PDL zeichnet ab, aber wie sehr untereinander PDe regelrecht sich das Wasser abgraben wollen und der MDK scheinbar mitmacht (anderes Thema), lässt alle die Füße still halten.

    Warum ich manches nicht machen durfte, habe ich nicht verstanden. Ich war sauer. Andereseits schrieb ich die Pflegeplanungen und PDL korrigierte. Andereseits durfte ich (abgesegnet durch MDK weil ich SozPäd bin (?)), Beratungen im Prophylaxebreich druchführen, dokumentieren und abzeichnen.

    Ich hatte noch nie gehört was eine Kontraktur ist. Infektionsgefahr? Pneumonie?
    Was ist das?

    Frust und Neugier ließ mich die Ausbildung zur Krankenpflegerin machen. War das ein Aufwachen.
    Oh mein Gott.
    Wie oft hatte ich eine Aspiartionspneumonie herbei geführt?
    Wie oft eine Infektion verursacht?
    Einen Dekubitus mit verantwortet, weil ich jemand falsch oder zu lange liegen ließ?
    Diverse Windeldermatiti erwähn ich nicht…
    Unsachgemäße Bedarfsmedikation verabreicht…und wie zurecht ich sauer auf den Bereitschaftsarzt war, der per Telefon eine Einschätzung der Lage von mir bei einem Epileptsichen Koma war.
    ich verstand plötzlich warum Haut eincrmene bei einer Diabetikerin so wichtig war, weil diese ständig Ekzeme bekam.

    Ich jobbte bei zwei Pflegediensten, in der Ausbildung lernte ich einen Dritten kennen.
    Am schönsten war es bei einem fast reinen SGB XI. Er kombinierte Pflege mit Betreuung, ich hatte richtig Zeit!
    Anderthalb Stunden zum Teil für einen Parkinson-Erkrankten, anderthalb für Pflege und co. bei einer Dementiell Erkrankten.
    Aber: Pflegehelfer- Vergütung.

    Nur, abgesehen davon das diese Kunden ursprünglich nicht behindert waren, hatte ich keine andere Tätigkeit durchgefürt als früher.
    Und der Aufwand in Sachen Anleitung und aktivierender Pflege wird, wie ich lernen durfte, nicht extra vergütet.
    Komplett anders als in der Behindertenhilfe!

    Ambulant ist undankbar. Druch und durch. Das Konzept ist eigentlich ein Segen, Vergütung frurchtbar und es wird nicht besser durch viele Angehörige, die meinen man könnte so nebenbei ja noch dies und das machen.
    Wir sind doch schließlich die Guten.
    Hausärzte lassen einem zum Teil im Stich, versagen notwendige Therapien. Infusion s.c. bei einem Betlägerigen mit Schluckstörungen? Wieso?
    Wundmanagement wird abgelehnt, ohne selbst Wunde gesehen zu haben.
    KG für zu hause ist viel zu selten.

    Fachkraftvergütung ist eine Katastrophe, entsprechend der Mangel. Es bedarf vieler Pflegevisiten um eine Qualität aufrecht zu erhalten, wenn denn dafür die Zeit bliebe.

    Und dann gibt es da die Fachkollegen selber. Ich höre jetzt auf, denn das ganze Thema würde Un mengen an Zeit und Seiten verschlingen.

    Ich bin jetzt im Kh und wunder mich auch da: einmal was hingenommen wird an Arbeitszeiten, wie es völlig normal für unseren Berufsstand ist das man über uns verfügt..schön überommen von Pflegekräften nach Beförderung. Was Qualität ist, und gleichzeitig aber auch Erwartung an Neue (was ich ja bin, und nein Heim ist nicht vergleichbar mit Kh).
    Gleichzeitig jobbe ich noch immer bei einem PD.
    Ich mag es da. Aber ich wunder mich auch.
    Über meine Kollegen.
    Über den Anspruch an sich selber.
    Über Unkenntnis was rechtliche Regelungen angeht, Bei der Leistungserbringung zum einen und was einen selbst angeht.

    Langfristige Probleme vorprogrammniert.

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  4. Ich begann meine Ausbildung zur staatl. exam. Altenpflgerin 1996 kurz nach der Einführung der Pflegeversicherung, alles schien sich positiv zu entwickeln.
    Bis ich immer mehr Wissen bekam durch die tollen Fächer, wie Anatomie, Physiologie, Arzneimittellehre, Rechtskunde Psychologie u.v.a. mehr. Ich habe die Thematik aufgesogen, weil ich gerne lerne. Neues lerne.

    Das zweite Praktikum, war dann direkt in der mobilen Pflege. Nach einer Woche wurde ich bei manchen Patienten abgesetzt und konnte schon vieles vom gelernten umsetzten.
    Nach meiner Ausbildung stieg ich bei einem Pflegedienst ein, mit der Aussicht, Mitinhaber zu werden.

    Ich arbeitet dort drei Monate, dann gab die PDL ( Krankenpflegerin) ihr Geschäft weiter, da ihr Betrug nachgewiesen wurde.
    Sie stellte 4 Pflegefachkräfte ein, aber nur als Unterschrift, gearbietet haben sie nur sporadisch.
    Das flog auf, und schon hatte die PDL die Kacke am dampfen. Ich floß als Personalinventar in den nächsten privaten Pflegedienst mit ein.
    Dazu vielleicht mal mehr in meinem blog.
    Im Endeffekt kann ich froh sein, dass ich kein Mitinhaber geworden bin.
    Ich glaube das Betrug in der mobilen Pflege Gang und Gebe ist. Und ich befürchte schlimmes.

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  5. Guten Morgen Frau Sofa.
    Eigentlich wollte ich hier ein wenig aus meinem nunmehr 25 jährigen Erfahrungsschatz als Krankenschwester in der ambulanten Pflege berichten, aber mittlerweile bin ich demotiviert. Alles, was ich so in der letzten Zeit gelesen habe waren Rumgemecker, Beschimpfungen und Beleidigungen der nicht examinierten Kollegen (sorry, aber ich achte jetzt nicht auf geschlechtsspezifische Bezeichnung), eine zum Teil sehr starke Arroganz examinierter Pflegefachkräfte, Verunglimpfungen anderer medizinischer Berufsgruppen und Verallgemeinerungen ohne jegliches faktisches Hintergrundwissen.
    Ich war 23 Jahre lang selbständig, hatte einen amb. Pflegedienst und kenne auch die Zeit vor dem SGB XI, der Pflegeversicherung. Ich stand auf beiden Seiten, war Arbeitgeber, bin z.Z. Angestellte und war auch Patient im Krankenhaus. Letzteres zeigte mir sehr deutlich, dass zumindest mir dort begegnete GuK keinerlei Grund zur Überheblichkeit haben, denn nach meinen Beobachtungen (nicht an mir als Patient!) waren es die einjährig examinierten Pflegekräfte und die „alten“ Krankenschwestern“, denen Veränderungen an Patienten auffielen, denen „Krankenbeobachtung“ kein Fremdwort war und die ohne berufsständische Arroganz ans Patientenbett traten. Aber wie oben schon geschrieben, das sind meine persönlichen Erfahrungen als Patient im Krankenhaus und als Angehörige eines Pflegebedürftigen.
    Es kotzt mich an, dass ALLE AG über einen Kamm geschoren werden, wie auch ALLE Pflegekräfte, Pflegehelfer, Therapeuten, Ärzte… ohne auch nur ansatzweise deren jeweilige Situation oder Beweggründe zu kennen.
    Ich hatte meinen Dienst verkauft (und für einen PD gibt es keine Millionen, wie viele denken), weil ich die Schnauze voll hatte von den täglichen Grabenkämpfen mit den Kassen um höhere Vergütungen einzelner Leistungen, um die Genehmigung ärztlich verordneter Behandlungspflegen und gegen Bevormundung im behandlungspflegerischen Bereich durch Versicherungsfachangestellte!
    Ich hatte die Schnauze voll von Kollegen, die selbst beim Angebot der Gehaltszahlung für ihren Einsatz NICHT die 10 Minuten pro Monat Zeit hatten, an „Pflege am Boden“ teilzunehmen, aber ansonsten über alles meckern.
    Ich hatte die Schnauze voll von all den schlauen Menschen, die Pflegedienstinhaber als potenzielle Betrüger betrachten (nicht wahr „Saleurs“?).
    Ich hatte die Schnauze voll von all denen, die stetig ungefragt behaupteten, dass sich alle Pflegedienstinhaber nichtstuend die Taschen vollscheffeln und sich eine goldene Nase verdienen.
    Ich hatte die Schnauze voll von all denen (auch und vor allem Angehörige), die der Meinung sind, „wir ambulanten“ haben uns um jeden Belang eines Klienten zu kümmern, ihn nach unseren Vorstellungen zu versorgen aber gleichzeitig die Wünsche des Klienten an erste Stelle zu stellen.
    Ich hatte und habe die Schnauze gestrichen voll von denen, die Schreien, die Pflegekräfte werden zu gering entlohnt – wenn sie selbst aber in die Situation kommen, Pflege zu brauchen wiederum schreien, dass die Pflege ja viel zu teuer sei …
    Alle am Gesundheitswesen Beteiligte wollen exakt ihren Bereich verändern, revolutionieren. Das ist Quatsch weil Flickschusterei – das deutsche Gesundheitswesen muss komplett umstrukturiert werden, in allen Bereichen.
    Es ist nicht hilfreich, mit dem Finger aufeinander zu zeigen. Helfen würde Bodenhaftung und eine ernstgemeinte Zusammenarbeit aller Beteiligten. Ein gewisses Maß an Interesse am Anderen wäre hilfreich – oder interessiert es hier wirklich jemanden, warum z.B. Ärzte oft zurückhaltend sind mit Verordnungen für Ergo, KG oder Massagen etc? Oder dass die regelmäßigen Regressforderungen, die Arztpraxen von ihrer ÄrzteKAMMER (!) im Auftrag der Kassen bekommen, lächerlich hoch sind und wer daran Schuld ist …
    Ich mag niocht mehr – weder stationär noch ambulant! Auch nicht als QM, denn ich arbeite nicht für das Papier, auf dem das QMHandbuch gedruckt ist.

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