Adieu Altenpfleger! Willkommen Pflegefachperson

Heute las ich in einem geschlossenen Forum im Fratzenbuch die Frage, was die Forenmitglieder davon halten, dass es ab 2020 die Bezeichnung „Altenpfleger/in“ nicht mehr geben wird.

Ich war schon erstaunt, als ich die Reaktionen las. Wenige wiesen darauf hin, dass in anderen europäischen Ländern es schon längst die Berufsbezeichnung „Pflegefachperson“ gibt. Andere hingegen reagierten darauf eher trotzig, wie ein Kleinkind.

Ich bleibe Altenpfleger!

oder aber, und diese Einstellung finde ich persönlich richtig schlimm:

Das ganze Konzept ist für Hintern. Die Altenpflege wird aussterben und das ist so klar wie das Armen in der Kirche

Dann aber las ich auch Kommentare, die mir etwas Mut machten, wie diesen hier:

Ich würde lieber den Begriff „Pflegefachfrau/mann für Gerontologie“ sehen. Denn, ich pflege meine Blumen und meinen Garten, vielleicht auch mein Auto. Aber Alte? Es sind Senioren! Aber keine Alte!
Es gibt alte Autos, auch Wracks genannt, alte Zeitungen, in die man den Küchenabfall packt… aber ALTE Menschen?

Nachdem ich diese Reaktion gelesen hatte, dachte ich an den Film „Soilent Green“ und hatte gleichzeitig einen Autofriedhof vor Augen. der von mit Öl verschmierten Personen gepflegt wird.

Ich frage mich wirklich, was Menschen bewegt, solche Themen anzustoßen. Sicherlich auch eine Unsicherheit, irgendwann nicht mehr wahrgenommen und in eine Richtung „gedrängt“ zu werden, in der sie sich augenscheinlich unwohl fühlen. Sicher, ein großer Teil dieser Menschen gehört zur „Herz&Mut„-Fraktion, die für eine Packung Merci sich, auch als eine Nadine, ausnutzen lassen. Weil ihnen ein Lächeln und ein Bussi-Bussi reicht, um sich wert zu fühlen.

Und jetzt kommt wieder mein Lieblingsthema ins Spiel, nämlich die dringend erforderliche Pflegekammer.  (Jetzt höre ich wieder die Gegner rufen: „Aber Zwangsmitgliedschaft?? Das geht gar nicht! Und überhaupt, was soll das mit den Mitgliedsbeiträgen? Das ist doch sooo abartig. Das gehört verboten.“)

Was die Person, die das Thema im Fratzenbuch angestoßen hatte, ansprach, war die künftige Ausbildung von Pflegefachkräften. Ich hatte darüber schon mal geschrieben, da diese Ausbildung längst nicht das bringt, was ich mir eigentlich gewünscht hätte. Und hier liegt wohl der Kern des Problems:

Denn ich unterstelle den Protestlern, dass sie unfähig sind, sich auf neue Bedingungen einzustellen. Sei es aufgrund einer intellektuellen/ kognitiven Unfähigkeit oder aber durch eine Ausgelaugtheit und die daraus resultierende Furcht, sich neuen Aufgaben stellen zu müssen, die „kräftemäßig“ für sie kaum zu erfüllen sind.

Pflege, besonders auch die Altenpflege unterliegen einem Wandel und Veränderungen. Künftig werden wir es nicht mehr nur mit Menschen zu tun haben, die Kriege erlebt hatten. Menschen, die in den 68’ern LSD oder andere Drogen konsumiert hatten, kommen immer häufiger in die Einrichtungen (oder werden ambulant versorgt).

Und hier wird auch die Pflegekammer helfen. Denn sie sorgt dafür, dass wir uns weiterqualifizieren müssen, über ein Punktesystem. Und dieses Verpflichtung zur Weiterbildung wird dafür sorgen, dass wir alle uns immer selbstbewusster fühlen und irgendwann sagen: „Ja, ich bin eine Pflegefachkraft. Und ich bin stolz darauf!“

Klar, jetzt höre ich wieder die kommenden Gegenargumente: „Aber wir müssen die Weiterbildungen selbst bezahlen!“. Das stimmt. Aber es gibt in vielen Bundesländern z.B. die Bildungsgutscheine, die 50% der Weiterbildungskosten (bis zu max. 500 Euro) übernehmen. Oder aber die Arbeitgeber sorgen dafür, dass ihre Mitarbeiter die verpflichtenden Weiterbildungen nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen, sondern diese übernehmen.

Und jetzt kommt das Geniale: mit jeder erfolgreich absolvierten Weiterbildung steigt der Marktwert der Pflegefachkraft! Ist das nicht genial? Es steigt damit sogar das Selbstbewusstsein und das Ansehen der Pflegeberufe, auch das der Altenpflege! Denn wir Altenpfleger (mit dreijährigem Examen) werden demnächst mit komplett neuen Klienten konfrontiert!

Wir Altenpfleger werden keine Arschabwischer oder Fütterer mehr sein, denn mit jeder Weiterbildung steigt unser Anspruch. Solltet Ihr Euch oder mich jetzt fragen, wer denn dann diese Menschen „sauber“ macht: Klar, AUCH wir Pflegefachkräfte. Aber nicht hauptsächlich! Und deshalb wird HOFFENTLICH auch die Titulierung „Schwester“ aussterben! Eben aus diesem neuen Bewusstsein heraus.

Ich persönlich hasse auch die Berufsbezeichnung „Altenpflegerin“. Und hier schließe ich mich dem oben aufgeführten Zitat an:

Ich würde lieber den Begriff „Pflegefachfrau/mann für Gerontologie“ sehen. Denn, ich pflege meine Blumen und meinen Garten, vielleicht auch mein Auto. Aber Alte? Es sind Senioren! Aber keine Alte!

Ich gehe hier noch einen Schritt weiter: Ich möchte Menschen am Ende ihres Lebens so versorgen können, mit all meiner (auch über Weiterbildungen erworbene) Fachlichkeit, dass sie es noch genießen. Dazu benötige ich aber ein regelmäßiges Update meines Wissens über neurologische und psychologische wie auch pflegerisch-wisssenschaftliches Wissen. Und an das komme ich nur über Weiterbildungen.

Und deshalb wird es Zeit, dass der Begriff „Altenpflege“ aus dem Wortschatz der Pflege verschwindet. Denn dieser pflegerische Bereich wird immer komplexer!

Denkt einfach darüber nach!

In diesem Sinne

Eure Frau Sofa

P.S.: Tarifverhandlungen müssen nicht unbedingt nur von Gewerkschaften geführt werden. Wenn es eine Körperschaft öffentlichen Rechts gibt, die über eine ausreichend starke Mitgliederzahl verfügt, darf auch diese als Tarifpartner gegenüber den Arbeitgeberverbänden auftreten. Und darin liegt wohl die zurecht begründete Angst von Ver.di vor starken Berufsverbänden und den Pflegekammern.

 

 

 

 

 

 

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26 Kommentare

  1. Wie ich merke haben sie nur ein Halbwissen. Zu Ihrem PS. Ich Zitiere mal die Kammer: Das kann die Kammer NICHT leisten. Punkt 5. Sie verhandelt keine Tarife. Und solange sie sich Feige hinter einen Pseudonym verstecken, nimmt sie auch keiner wirklich ernst. Bleiben sie mal schön auf ihrem SOFA sitzen und schreiben weiterhin provokatives Zeug. Vielleicht brauchen sie ja die Aufmerksamkeit, weil sie sonst keins bekommen.

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    • Uiiiiiiiiiii… nun habe ich Angst… aber so was von.

      Eine Frage erlaube ich mir: Bist du zufälliig aktives Ver.di-Mitglied?

      Wenn ja, dann schlottern mir schon jetzt die Beine.

      Nota bene: Wenn eine Kammer stark genug ist, kann auch sie über Tarife verhandeln. Die Unterorganisation „Ver.di“ scheint verdammt viel Angst zu haben – nämlich vor der Erkenntnis, JAHRELANG die Pflege außer acht gelassen zu haben. Denn das, was wir Altenpfleger mit Ver.di erlebt haben, füllt Bücher! Und diese würden dann nicht im Sinne dieser Gewerkschaft geschrieben werden.

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      • Wovor haben Sie den Angst? Will Ihnen jemand was böses? Die Kammer sagt selber das sie dafür nicht zuständig sind. Lesen sie mal nach (Nachricht der Redaktion: Da hier nicht ein Herr Torsten oder sonst wer entscheidet, wann sich Frau Sofa outet oder nicht, wurde hier eine kleine redaktionelle Bearbeitung vorgenommen.)

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      • Nein, (Hinweis des CvD: die direkte Anrede vom großen Blog-Manitu editiert, da allein der/die Blogbetreiber/in darüber entscheidt, ob er oder sie seinen/ ihren realen Namen bekannt geben wird, Aus diesem Grund fand hier eine Löschung statt.) genau dass kann die Kammer nicht! No way für Tarifverhandlungen ! Das hat in NDS und anderen Ortes die Kammer kategorisch abgelehnt! Letztlich ist das auch gesetzlich nicht möglich …Ich bitte Sie die Zwangsgesetzgebung zu studieren und vor allem die Veröffentlichungen der Kammern. Ihre Aussage ist da wenig hilfreich!

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  2. Oh weia … Erst die Pflegekammer herbeibeten und dann noch völlig uninformiert über das Recht zu Tarifverhandlungen schwadronieren…. Frau Sofa , Frau Sofa ! Man könnte meinen, dass Sie mal schlauer werden. Ein Blick in die abschließende Liste der Aufgaben der Kammer würde auch Sie erhellen…..

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  3. Ich bin etwas erschrocken über dieses Halbwissen. Die Kammer hat keinerlei Rechte irgendwelche Tarife zu verhandeln. Sie fordert zwar entsprechende Löhne, aber es ist und bliebt so, das die Kammer keinerlei Basis fpr Irgendwelche Verhandlungen hat. Fordern kann sie soviel wie sie will. Bevor sie sowas schreiben, sollten sie sich besser informieren, Frau Kau(t)sch

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    • Ich gehe davon aus, dass es Sie sind, Herr T.B..

      Keine Angst, ich zensiere hier nicht. Aber täuschen Sie sich da mal nicht. Eine Kammer kann sehr wohl Gehaltsverhandlungen vornehmen. Siehe „Marburger Bund“, nur mal so als kleines Beispiel aus der Praxis.

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      • Werte Frau Sofa ! Wenngleich der Mensch einen ähnlichen Vornamen trägt, so bin ich es doch nicht. Da auch Sie oben offensichtlich Ihren Namen herauszensiert haben, wäre ich Ihnen verbunden, wenn Sie gleiches mit meinem o.a. Nachnamen täten. Nicht weil ich es fürchte, von Kämmerlingen jedweder Art nette Drohmails und Anfeindungen zu erhalten, sondern vielmehr, weil Sie mich in einen falschen Kontext setzen.
        Des weiteren darf ich Sie darüber in Kenntnis setzen, dass der Marburger Bund im Gegensatz zur Kammer ein Berufsverband ist. Mithin ein eingetragener Verein. Sie irren leider – wie so oft- mit Ihrer Meinung, dass eine KdöR auch nur ansatzweise in gleichem Maße vorgehen kann. Letztlich wurde für die Zwangskammer ein eigenes Gesetzt geschaffen und damit jegliche Zugriff auf Tarifverhandlungen verwehrt. Der Staat bedient sich bei der KdöR ja letztlich, um seine Aufgaben nach außen zu verlagern. Der Staat kann aber nicht in die Tarifautonomie eingreifen ! Hierzu rate ich gerne zur Lektüre Art 9 Abs 3 GG i.V.m den hierzu reichlich vorhandenen Kommentierungen. Und ja , der Mensch oben hat Recht: Die Kammer hat keine Akkreditierung um an Tarifverhandlungen teilzunehmen. Die Kammer NDS selbst- wie übrigens alle anderen auch- haben das auch allen Fans mitgeteilt. Gut, man darf ja mal träumen im DBfK….Ich sehe der Entfernung meines Nachnamens in Ihrem Beitrag kurzfristig entgegen !

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      • Der Marburger Bund ist der Verband für angestellte und verbeamtete Ärztinnen und Ärzte und eine Fachgewerkschaft für dies o.g. Berufsgruppen. In dieser Position kann der MB natürlich auch Tarifverhandlungen führen.

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      • Zitat:“Wer spricht hier vom Marburger Bund als Kammer?“ Tja ich antworte mit einem weiteren Zitat von Ihnen: „Eine Kammer kann sehr wohl Gehaltsverhandlungen vornehmen. Siehe „Marburger Bund“, nur mal so als kleines Beispiel aus der Praxis.“ Ergo setzen SIE den Marburger Bund und die Kammer auf eine Stufe.

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      • Ich muss Sie doppelt entäuschen. 1. Bin ich nicht Herr Böcking, sondern jemand der einen Screen bei Facebook gesehen hat von Ihrer PS Behauptung. 2. Sie behaupten das eine Kammer Gehaltsverhandlungen vornehmen kann und nennen den Marburger Bund als Beispiel. Dieser ist aber keine Kammer. Ihr vergleich hinkt also.

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      • Werte Frau Sofa ! Ich darf nochmals auf meine Mail bezüglich der obigen Einträge hinweisen!
        Zu Ihrem Beispiel vermag ich nur zu sagen, dass Sie leider über ein rechtlich wenig fundiertes Wissen bezüglich des Themas besitzen. Ein Tipp:Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz i.V.m den diversen Kommentierungen dazu. Der Marburger Bund ist als e.V. organisiert und nimmt staatlich zugewiesene Aufgaben nur in beschränktem Umfang wahr. Für die PK NDS ist dies in der jetzigen gesetzlichen Organisationsform ausgeschlossen. Ergo keine Tarifverhandlungen durch die Kammer. Um es allgemein hier abzuschließen: Je höher das Ross, desto tiefer der Fall….

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      • Torsten du scheinst offensichtlich und beabsichtigt die Situation zu verkennen. Ver.di hat NICHT die Vorherschaft über Tarifverhandlungen gebucht!

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      • Werte Frau Sofa ! Ihre Unwissenheit über das demokratische System Bundesrepublik ist einfach beispiellos. Ihre angebliche Dozentur ist offensichtlich genauso heiße Luft, wie ihre egozentrischen Auslassungen. Allein die Tatsache, dass Sie Frau K. damit kokettieren, dass Sie angeblich einen Pflegeskandal aufgedeckt gaben wollen rechtfertigt nicht Ihre Thesen ! Sie verstecken sich einfach hinter Ihrem Pseudonym.. Blöd ist jetzt nur das 200000 Mitglieder einer Facebook Gruppe ihren Namen kennen und das Sie sich als die Heldin des DBfK inszenieren . Übrigens stammt die Information von einem Ihrer Verehrer ….Das ist doch alles ziemlich billig. Sie verstehen weder etwas von Tarifverhandlungen, dem System Gewerkschaft, noch von Demokratie. All das was Sie hier von sich geben ist daher nur einem Zweck dienlich : Ihre Irrungen und Wirrungen zu verbreiten und sich selbst zu inszenieren! Gut auch das ist eine Form der Therapie….Sie wissen ja wie sie mich per Mail erreichen. Ihre Zensur ist ja hinreichend bekannt.

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  4. In den damaligen Infoschreiben stand genau drin was die Kammer nicht leistet. Ich zitiere mal: 1. Sie ist nicht die Interessenvertretung und Stütze der einzelnen Pflegepersonen, wenn es Probleme und Konflikte im Beruf bzw. am Arbeitsplatz gibt. 2. Sie kümmert sich nicht primär um bessere Arbeitsbedingungen. 3. Sie ist nicht zuständig für die fachliche Weiterbildung. 4. Sie bietet keine Altersvorsorge. 5. Sie verhandelt keine Tarife. 6. Sie führt keine Qualitätsüberprüfungen in den Einrichtungen durch.

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    • Nein, die Qualitätsprüfung der Einrichtungen ist nun wirklich nicht Aufgabe einer Pflegekammer. Da hast du Recht.

      Mit Blick auf die Altersvorsorge: da ist jeder für sich selbst verantwortlich. Klar, es gibt Gehälter in der Pflege, die jenseits von Gut und Böse sind. Hier aber gilt das Gesetz: „Abstimmung mit den Füßen“.

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  5. „Ist die Pflegeberufekammer eine Konkurrenz für die Gewerkschaften?

    … der Pflegeberufekammer ist keine Rolle in der Tarifgestaltung zugedacht. Auch andere in den Heilberufekammern erfassten Berufe werden von ihren Gewerkschaften in Tarifbelangen vertreten, nicht von der Kammer.“

    Kann eine Kammer Einfluss nehmen?
    Ich denke, ja. Aber muss eine Gewerkschaft davor zittern?
    Ich denke, nein.
    Wenn ein Verband (DbfK) sich stark macht für eine Pflegekammer und eine Gewerkschaft (komba), frage ich mich worin liegt wirklich die Idee der Gegner gegen eine Kammer?

    Ich finde man muss aufpassen, wer einem aus welchen Interessen, ‚Rosinen in dem Mund legt‘.
    Ich las gestern noch auf frei zugänglichen Kammerseiten von verschiedenen Bundesländern, Tarifverträge und viele Erklärungen dazu., zb:
    https://documentcloud.adobe.com/link/track?uri=urn%3Aaaid%3Ascds%3AUS%3Adba57410-7ae6-47ba-89d4-ace1dce158bc

    Wer hat das verhandelt?

    Schreibt ein immer noch Gewerkschaftsmitglied.

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