Frau Sofa & Freunde

Covid19 ist nur der Anfang

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Stellt Euch vor, wir alle haben die #Coronakrise überwunden, was vermutlich bestenfalls erst in ein bis zwei Jahren der Fall sein dürte. #flattenthecurve lautet bis dahin die Devise, der wir uns alle zu unterwerfen haben. Die Gründe dafür sollten jedem Leser und jeder Leserin inzwischen hinlänglich bekannt sein.

Dennoch werden viele Menschen noch sterben, ob alt oder jung – das Virus wird vorm Alter keinen Halt machen. Auch nicht an den Pflege(fach)kräften, den Alltagsbetreuern, den Rettungsdienstlern, den Ärzten, den Verkäufern usw.

Bundesweit wurde ein Kontaktverbot verordnet, zwei Bundesländer (Saarland, Bayern) haben sogar eine Ausgangssperre verhängt – dies alles unter der berechtigten Prämisse #flattenthecurve. Zeitgleich wurde von der Bundesregierung ein Rettungspaket geschürt, das über 100 Milliarden Euro umfasst, um die finanziellen Auswirkungen dieser #Pandemie abzufedern. Für mich nur ein verzweifelter Tropfen auf den heißen Stein. Aber es gilt, die finanziellen bzw. volkswirtschaftlichen Auswirkungen dieser Pandemie abzufedern.

Volkswirtschaftlich betrachtet ist der Erfolg dieser Maßnahme nicht absehbar, da sämtliche Spielmodelle cet. par. gehalten sind. Kurzfristig wird diese Maßnahme helfen, aber ich bezweifel, ob auch mittel- und langfristig. Denn es besteht meines Erachtens die Gefahr einer wirtschaftlichen Depression, die nicht nur unser Land, sondern die gesamte Welt betreffen wird.

Bis dahin wird es, meiner Einschätzung nach, noch mindestens zwei Jahre dauern. Zwei Jahre, an denen das Pflegefachpersonal und andere #systemrelevant|e Berufe bis zum Anschlag ihrer Kräfte arbeiten. Und sie alle können trotz größtem Engagement nicht alle Leben retten, sie sie sonst hätten retten können.

Es gibt aber nicht nur das Corona-Virus, sondern auch weiterhin ganz andere Erkrankungen, die einer intensivmedizinischen und -pflegerischen Behandlung bedürfen. Nur weil jetzt das Corona-Virus vorherrscht, erleiden Menschen weiterhin Schlaganfälle, Herzinfarkte, Unfälle usw. Z.T. letale Geschehen, die dringend behandlungsbedürftig sind.

Und jetzt wende ich den Fokus erst einmal auf das medizinische Personal, zu dem ich auch die behandelnden Ärzte zähle. Sie schuften! Sie arbeiten am Limit! Sie arbeiten unter Konditionen, die jedem Arbeitsrechtler an die Decke gehen lässt. Nicht nur, dass sie kaum Pausen haben, nur marginal sich selbst vor der Ansteckung schützen können, sie gehen mit massiven psychischen Belastungen aus dem Dienst. Und diese Belastungen nehmen sie mit nach Hause, in ihre Freizeit, mit dem Ergebnis, dass sie nicht abschalten und sich erholen können.

Jetzt meine Frage: Was glaubt Ihr passiert, wenn die Corona-Krise vorbei ist? Wenn diese medizinischen Berufe endlich mal „durchatmen“ können? Diese Menschen, die sich um Menschenleben gesorgt haben, bis zur eigenen Erschöpfung?

Nun schließe ich aus eigener leidvoller Erfahrung, die sicherlich auch die eine oder der andere von Euch gemacht hat, auf alle: In dem Moment, wenn der Stress nicht mehr vorhanden ist, weil Urlaub, erkrankt man. Und dies sehe ich auf die Pflege(fach)kräfte, Ärzte, Verkäuferinnen uvm. zukommen. Das Stichwort ist „Leisure Sickness„.

Von Leisure Sickness sind häufig solche Personen betroffen, die im Job sehr ehrgeizig, motiviert und verantwortungsbewusst sind. Sie möchten stets alles perfekt machen. Dabei vergessen sie es, auf ausreichende Pausen und auch auf sich selbst zu achten. Diese Menschen stellen an sich und das Leben hohe Erwartungen. Für sie stellt eine Auszeit keine Erholungsphase dar, sondern sie empfinden sie oftmals als eine Art innere Leere.

Eine mögliche Erklärung könnte sich daher im Stress finden: Durch den Stress verursachenden Druck wird das Immunsystem stimuliert, sodass es auf Hochtouren arbeitet. Der Körper lernt also, bei Stress nicht krank werden zu dürfen. Fällt dieser Stress weg, fährt das Immunsystem herunter und der Körper wird krank. Dazu zählen nicht nur der Wochenend-Kopfschmerz oder eine bleierne Müdigkeit, sondern ebenso Erkrankungen wie Erkältungen. Die Betroffenen reagieren empfindlich auf den Übergang vom Stress in Ruhephasen. Der Körper kann die Spannung bei diesen Menschen nicht mehr abbauen. Daher wird er krank. Bei diesen Persönlichkeiten droht allerdings nicht nur die Leisure Sickness, sondern ebenso das Burnout-Syndrom.

Jetzt kommt mein erstes Unken:

Stellt Euch bitte nun vor, die Pandemie wurde besiegt, auch wenn viele Menschen daran verstarben. Menschen erkranken/ verunfallen aber schwerst weiterhin, wenn auch nicht mehr am #Covid19. Dennoch kommt, auch wegen des Rettungspaketes, eine wirtschaftliche Depression, die sich nun auch auf das Gesundheitswesen auswirken wird.

Quelle: bwl-wissen.net

Diese Situation wird sich bei den Gesundheits-/ Heilberufen noch weiter verschärfen. Denn, (und jetzt lasse ich mal die Kollegen aus der Pflege außen vor!), ist die Finanzierung lediglich durch die Kranken- und Pflegekassen „gesichert“. .

Warum die Anführungszeichen bei „gesichert“? Ganz klar! Diese Kassen werden aktuell über Einkommen gesetzlich versicherter Berufstätiger, auch das von Pflege(fach)kräften, refinanziert. Während nun die Experten, die sich in der Vergangenheit schon oft irrten, von einer kommenden Rezession sprechen, gehe ich von einer kommenden Depression aus, also auch fallenden Einkommen und einer hohen Arbeitslosenquote. Damit entfallen z.T. auch gute Gehälter, über die sich die oben genannten Kassen finanzieren.

Ich unke weiter:

Diese volkswirtschaftliche Entwicklung wird die Nation(en) mit voller Gewalt treffen. Nationen, in denen weiterhin (weil natürlich und statistisch bedingt) Menschen weiterhin ernsthaft erkranken/ verunfallen und dringend einer fachlichen medizinischen und pflegerischen Behandlung bedürfen, ausgeübt durch Ärzte und Pflegefachpersonen in Krankenhäusern, Langzeitpflegestätten und ambulanten Diensten.


Quelle: Twitter

Nur… es gibt sie kaum mehr! Sie, die Erfahrenen, sind nur noch wenige! #Pflexit, Verrentung, Arbeitsunfähigkeit oder auch #Burnout bzw. ein viel zu früher Tod hat viele dieser medizinischen Fachkräfte verschwinden lassen. Die Überlebenden sind weniger, noch weniger als heute. Und diejenigen, die bis zum Ende der Pandemie durchgehalten haben, werden wegen Überlastung und des leisure sickness (s.o.) höchstwahrscheinlich ausfallen.

Denn dann gäbe es bereits wesentlich mehr hoch qualifiziert ausgebildetes Personal, das in der Corona-Krise hätte entlastend mitwirken können. Und dann gäbe es nach dem Ende der Pandemie noch ausreichend Pflege(fach)kräfte wie auch Ärzte und Therapeuten zur Verfügung, um die medizinische und rehabilitierende Versorgung der Bevölkerung in der Depression zu gewährleisten.

All die Forderungen und Hinweise wurden nicht ernst genommen. Von niemanden, da immer die Devise „Pflegen kann ja jeder!“ postuliert wurde.

Würde in den nächsten Tagen seitens der Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Kirchen beschließen, die Gehälter ALLER an der Krise Beteiligten anzuheben (4.000 Euro brutto zzgl. Zuschläge), wäre dies nur ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein. Selbst wenn sich durch diese neue Gehaltsperspektive geeignete junge Leute dazu entschlössen, den Pflegeberuf zu erlernen, stünden sie erst in drei Jahren zur Verfügung. Und dies mit einer Ausbildung, die unter extremen Bedingungen stattfindet.

Den Vogel schoss die Tage für mich MP Markus Söder. CSU, abgeschossen:

Quelle: Twitter

Abgesehen davon, dass dieser Beschluss eine echte Ohrfeige für jede Pflegefachperson ist, wette ich, dass es Einrichtungen geben wird, die die Essenspauschale mit dem Freistaat abrechnen, obwohl die Mitarbeiter keine Zeit haben werden, die kostenfreien Essen und Getränke in Anspruch zu nehmen? Wer noch nie unter den aktuellen Bedingungen in der Pflege mit chronischer Personalunterbesetzung gearbeitet hat, kann auch nicht wissen, dass Pausen zur Nahrungsaufnahme gar nicht möglich sind.

Abgesehen davon ist die Frage, die eine Kommentatorin stellt, interessant! Denn kostenfreies Essen auf der Arbeit ist ein geldwerter Vorteil, der zu versteuern ist. Und nun sagt bitte nicht, dass Markus Söder, der offensichtlich auch plant, Kanzler anstelle der Kanzerlin zu werden, mit dieser Aussage auch ad hoc die Steuerregeln geändert hat?

Meine Meinung: Eine populistische Verarsche eines „Kümmerers“ ist das, nicht mehr und nicht weniger, der als „Macher“ auf den Kanzlerposten schielt. Profilierungssucht, sozusagen.

(A pros-pos „Profilierungssucht“: Es gibt derzeitig eine Petition, die eine höhere Vergütung der Pflegekräfte einfordert. Einigen Initiatoren nehme ich das Engagement wirklich ab. Bei den anderen glaube ich, dass es allein um Selbstzweck geht.)

Die Profitgier und der Rationalisierungswahn in den vergangenen Jahren seitens der Wirtschaft und der Politik wie auch der beteiligten Kranken- und Pflegekassen zeigen nun ihre Auswirkungen. Die Folgen daraus sind heute noch nicht absehbar. Ich vermute aber, dass es ganz ganz böse wird. Für jeden von uns, ob Journalist, Arzt, Pflegefachperson, Schriftsteller, Maschinenbauer, Verkäufer, Reinigungskraft usw.

Denn die #Coronakrise wird die Bevölkerung erschöpfen und diejenigen auslaugen, die versuchen werden, unsere demokratischen Werte aufrecht zu erhalten. Und nun kommt das, wovor ich mich wirklich fürchte: dass nämlich populistische Parteien, welcher Couleur auch immer, versuchen werden, an die Herrschaft zu gelangen.

Hätte ich einen Garten oder eine Klitsche bzw. einen Schrebergarten, würde ich spätestens jetzt damit anfangen, Gemüse und Kartoffeln anzubauen und mich über diverse Konservierungsmethoden informieren. Denn, vermutlich wird nach dem Überstehen der Covid19-Pandemie nichts mehr so sein, wie es vorher war. Sollte sich dann noch eine globale Wirtschaftskrise einstellen, wird es wohl richtig rund gehen.

Gibt es Widersprüche? Oder ist meine Herumunkerei eine pure Spinnerei?

In diesem Sinne

Eure Frau Sofa

P.S.: Es gibt eine ethische Richtlinie für Ärzte, sollte das Gesundheitssystem in Deutschland wegen der Covid19-Pandemie zusammenbrechen. Hier ist sie zu finden -> PDF

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